Punkrockimpressionen Tel Aviv

17. September 2010

der typ der da vor mir und in meinem gesicht so wild seine haarmähne* schüttelt verbreitet herbal essence-haarshampoo geruch

___________________________________________
*subkultur in israel is nich so fülle. die punks sind entsprechend des allgemeinen trends stylisten und verbringen eben so viel zeit vorm spiegel wie ein jeder player. die musik von z.b. m.e.s.s rockt dennoch. auch wenn die sängerin plötzlich kitschig ihrem knutschi (neues wort im wortschatz!) einen song widmet und von der bühne stürmt und ihn abküsst. punkrockillusionen

das ägyptische visum und ich

16. September 2010

heute sollte es längst losgehen. jetzt, genau in diesen stunden, sollte ich eigentlich nervös tasche packen oder zu ablenkungszwecken tv gucken, den lonely planet studieren und vorfreudige bzw. pessimistische pläne schmieden was in cairo, alexandria, luxor und am nil halt so beguckt werden wird.
trotz verpeiltheit, aber dank intensiver internetrecherche (nirgends gibts zuverlässige infos) haben wir uns heute morgen aufgemacht das ägyptische visum zu erobern. vorher haben wir eine stunde um passbilder gekämpft. früh, früh aufstehen und das nach dem schweren, spätnächtlichen abschied zweier freundinnen.
überall im netz steht, dass an der sinaii grenze kein ganz-ägyptisches visum zuergattern ist. sogar realexistierende menschen berichteten mir, dass es in tel aviv an einem tag klappt. aber naja, naher osten. was kann anderes gesagt werden. verarsche. alles bittere, fiese, gegen mich verschworene verarsche. der ägyptische beamte, sagt: „nö, nicht hier beantragen, an der der sinaii grenze geht das viel schneller! nur 20 dollar. hier dauerts 3 tage.“
gestern am telefon hat sein schlecht englisch sprechender kollege was anderes gesagt, 1 stunde. aber wer hat schon lust zu arbeiten. ich ja auch nicht.

naher osten – deutscher osten

4. September 2010

nach kürzest aufenthalt in aqaba, einer nacht im wow-wadi rum, zwei noch sandigeren tagen in petra und einer unbequemen fahrt mit dem minibus sind wir nun in amman, der hauptstadt jordaniens angelangt. bisher hielt sich das gestarre in grenzen, jetzt kanns richtig losgehen. anfangs stahl mir noch die wasserflasche einige der blicke, doch der entledigten wir uns schnell. ramadan. leider kann ich meine blickfänger nicht so leicht loswerden. mit kopftuch werde ich erst recht nicht rumlaufen.

das hostel scheint neben im lonely planet (unserer bibel) auch in sämtlichen japanischen reiseführern erwähnung zu finden. dabei ist es nur für billig-geht-vor!-reisende tatsächlich als option zu betrachten. das hostel ist hygienisch gesehen so rein wie sein inhaber, der vielleicht die altbewehrte theorie lebt: wenn genug dreck steht, kann vor dreck nicht mehr der dreck gesehen werden. aber bettwäsche wechseln ist in den günstigen absteigen hier sowieso nicht so der trend. dafür ist das mansour hotel durch die hof position vom straßenlärm halbverschont. immherin etwas!

der inhaber ist zwar nur schwer verständlich, aber dennoch sehr nett. umso netter wurde er, als er hörte, dass wir aus berlin kommen und somit für ihn eindeutig ossis seien, unsereins dürfe erst seit drei-vier jahren reisen und ob es unsere erste auslandsreise sei. geschichtlich scheint er genauso wenig auf dem laufenden zu sein wie hygienisch, aber das macht ja nix. zu zwei dritteln hat er bei unserer reisegruppe immerhin recht – was das ossitum betrifft. er klärte uns auf, dass im nahen osten, die ossis weitaus beliebter seien, als die wessis. die wessis sind hochnäsig und vielleicht mögen die israelis die. die ossis hingegen seien so wie sie, die menschen aus dem nahen osten. man verstünde sich. manche wessis würden an der rezeption von hostels glattweg abgelehnt. ohoh.

heute wird das riskante unternehmen automieten-in-amman gestartet. nur ein tag und hoffentlich weit außerhalb des ammaner stranßenverkehrs. die wüstenburgen sind das ziel.

nach tel aviv, dann 2 tage besuchspause, und dann….

WELCOME!!! How are you?

25. August 2010

heute den tag in ramallah (arafats grab ist langweilig) und nablus trotz ramadan recht gut gesaettigt verbracht.

nur der rueckweg war stark erschwert, weil wenns dunkel ist, ist essen wichtiger als drei verpeilte kleine touristchens zurueck nach jerusalem zu fahren. beeindruckend wie den tag ueber alle voll entspannt wirken, sobald es dunkel wird, aber keine sekunde vergehen lassen und alles konsumieren was geht.

in nablus durften wir als die einzigen drei tourst_innen an diesem tag viel freude ausloesen. wir konnten uns kaum auf die marktwaren konzentrieren, so oft mussten wir winken, laecheln und fragen nach dem befinden beantworten. lecker k(a)naafe(l) und aehnliche baklava gabs.

sonst wars nicht so spektakulaer, was wohl an unserer antivorbereitung gelegen haben wird. wir entscheiden immer erst am morgen was wann wie warum. wenigstens haben wir somit eine ausrede das fruehstueck in die laenge zu ziehen.

das jersualem hostel (jaffo road 44) ist nett, jerusalem stinkt – wie immer.

morgen totes meer?

This is it

20. August 2010

נגמר העבודה!

endlich ist die arbeit alle.

kein füttern, zähneputzen, popo abwischen, duschen, umziehen, rumschieben mehr und so unangenehm die tätigkeiten klingen, ich will nicht drüber nachdenken, dass es aus ist. aus und vorbei, dramatisch, tragisch, nicht auszuhalten. werden sie noch da sein, wenn ich das nächste mal zu besuch komme?

und der abschied von den alten steht noch aus. hossa.

der abschied war ganz schön fies zu mir. oder waren es einfach die direktorinnen, die sagten, ich würde kein dankes-geschenk für ein jahr harte, freiwillige arbeit verdienen, weil ich am letzten schultag lieber etwas mit meinen eltern unternehmen wollte…? nun, ein jahr dieser art mit so unschönem ende, das schmerzt – geschenk egal, aber kein danke, kein richtiges tschüss?

alles irrelevant. meine direkten kolleginnen und ein bissl auch die jugendlichen haben mir ihren dank gezeigt *schnulz* fraglich, ob dank bei freiwilliger tätigkeit, die gerne gemacht wird und aus eigenem antrieb heraus, erwartet werden sollte. was ist der mensch ohne anerkennung. *trief*

jetzt gehts ans reisen, jippieh! bei der hitze anstrengender wie arbeit.

golan, wüste, jordanien (im prinzip auch nur wüste) und hoffentlichhoffentlich ägypten.

zurück? wenns denn sein muss, ende september.

1. Mai in Israel – alles ist Kommunismus ist alles

2. Mai 2010

Als ich mir am 30.4. in Haifa und 1.5.2010 in Nazareth die 1. Mai Arbeiterkampftag Demonstrationen anschaute, die u.a. von der Kommunistischen Partei Israels organisiert wurden, stellte ich meine eigene Kommunismusdefinition stark in Frage. [dramatische musik]
Zuerst schlug mein Herz höher, lauter rote Fahnen und Menschen jeder coleur und jeden Alters.
Doch dann sah ich auch die uniformähnliche Kleidung mit dem weißen Hemd und dem roten Dreieckstuch und wurde skeptisch. Bei Skepsis blieb es nicht, als die durchschnittlich 1 Meter großen Trommler_innen an die Spitze der Demonstration marschierten. Hammer & Sichel überall und für alle drei Abschnitte (auch im kommunistischen) ein Wagen mit Vorrufer_innen denen im Chor kraftvoll geantwortet wurde.
Die Demonstration am 30.4. in Haifa wurde von einem recht breiten Bündnis organisiert von Kommis bis Zionist_innen. Vereinendes Motto war passender Weise: Zusammen am 1. Mai.
Sympathische Parolen von mehr Geld für die Nachbarschaften über die Ablehnung der Seperation (gemeint sind die unterschiedlichen „Kulturen“) bis hin zu der Forderung nach einem roten Haifa. Natürlich wurde auch die „Occupation“ thematisiert, aber verhältnismäßig geringfügig. Lustig war, dass es ein Nationalfahnenverbot gab. Nur ein einsamer Demonstrant lief am Ende des Aufzugs mit Israelfahne und einer meiner arabischen Freunde (auch in der Partei) war kurz davor Gewalt anzuwenden. Es weckt Erinnerungen.
Was beispielhaft ist und wovon sich andere Demonstrationen gerne etwas abgucken können, ist die Sprachenvielfalt in der die Parolen gerufen wurden – konsequent! Nichtsdestotrotz war fast alles durchweg authoritär strukturiert und ich fühlte mich entfernt an die Berliner LLL-Demo bzw. sogar Bilder aus der DDR erinnert.
Da ich mich aber vorher nur richtig mit den Standpunkten einzelner Mitglieder des Haifa-Zweigs der Kommunistischen Partei auseinandergesetzt hatte, bin ich trotz alle dem mit roter Fahne dabei gewesen (und hab Photos gemacht). Es war so auch *schön* mal wieder mit Freund_innen zu demonstrieren – was zu machen.


dieses Bild kurz vorab – es folgen mehr!

Der nächste Tag in Nazareth begann schon mit üblem Vorgeschmack nicht nur vom Vortag sondern auch der gemeinsamen (kostenlosen!) Hinfahrt. Die jungen Trommler_innen wurden während der gesamten Tour von ihrem fahnenstockschwingendem Taktangeber mit weiteren arabisch sprachigen Sprechchören motiviert. Die Route und Umgebung in Nazareth waren rotbeflagt wo sonst (in anderen Städten) die Israelfahen hängen – das will ich auch in D. Der Stadtrat duldet es, bzw. greift einfach nicht ein (was nicht unbedingt das selbe sein muss). Am 1. Mai selber also waren weitaus mehr als die 500-700 Demonstrant_innen auf der Straße. Mehrere Tausend lauten motivierte Zahlenschätzungen.
Das Publikum war größtenteils arabisch und die ganze Familie wurde mitgebracht. Kleine Kinder mit Märtyrerschal, noch mehr und diesmal auch ältere Trommler_innen, Palästinerfahnen (mit und ohne Hammer&Sichel) und sogar eine riesige Weltkugel mit einem Kraken drauf, dessen Kopf mit Atomkraftzeichen und Davidstern verziehrt war.
Ich hatte darüber und besonders auch über diesen authoritär und nostalgischen Part interessante Diskussionen mit meinen fast durchweg jüdischen Kommunist_innen. Kritik an dieser wichtigen Demonstration fiel ihnen schwer, aber am Ende hat wohl auch der Vorsitzende der Kommunistischen Partei die Demonstration als ekelhaft und sogar faschistisch bezeichnet. Da ist allen ein Stein vom Herzen gefallen.
So wie diese Kommunist_innen sich darstellten, kann ich verstehen, dass niemand Kommunismus will!

Es bleibt: Mein Kommunismus ist das nicht.

Yom HaShoaSikaronAtzmaut

16. April 2010

12 tage mit einer 15-köpfigen gruppe u.a. familiär verbunden überstanden und sogar eindrucksvolle erlebnisse gehabt. organisatorisch war es ein kleines wunder, dass es so gut gelaufen ist und die sich zwar oft ähnelnden, spontanen gespräche mit fremden (sherutfahrer, busfahrer, passant_innen, etc) haben tatsächlich spaß gemacht. ich bin sogar ein wenig stolz, aber das erst mit genügend abstand. kurze, noch fortzusetzende beschreibungen der tage können hier gefunden werden: heimatlos

nachts noch tschüss gesagt, bin ich nach 5 stunden schon wieder zur arbeit aufgestanden, die mich dann schnell wieder in meinen glücklichen alltag katapultierte.

da im judentum die tage schon am abend vorher beginnen, bin ich unvorbereitet zur gedenkzeremonie des Yom haShoa (Holocaustgedenktag) in meinem altenheim gegangen und fand mich plötzlich zwischen alten überlebenden deutschen Juden wieder, die am Ende der bewegenden Gedichte und reden die Hatikva, Nationalhymne israels, sangen. wenn ich dafür schon keine worte finden konnte, so war danach einfach unbeschreibbar, was die familiengeschichte einer meiner freundinnen dort in mir auslöste.
am yom haShoa (12.4.) direkt gab es um 10uhr 2 min. sirene und bis auf die bauarbeiter vorm elternheim stand alles in meinem blickkreis still. absurd, wie danach wiederum alles -als wäre nix gewesen- weitergeht. beeindruckend der gedanke, dass ein ganzes Land stillsteht.

diesen Sonntag geht es weiter mit dem hier noch wichtigeren yom haSikaron (Tag der der Erinnerung), an dem hauptsächlich allen gefallenen soldaten gedacht wird. familien kommen zusammen um gemeinsam zu trauern. Am 20.4., den Tag darauf ist Yom haAtzmaut, Tag der Unabhängigkeit Israels.
In vorbereitung auf diesen Tag wird jeder zentimeter mit blau-weiß behangen und auch unsere Nachbarn haben ihre Fahne schon gehisst. Meine Schule ist nicht mehr wiederzuerkennen, das Personal übt tanzmärsche mit fahnen. die idee ist auch andere nationen „vertreten“ zu haben und ich konnte gerade noch verhindern als deutschland erscheinen zu müssen. jetzt bin ich england, da mein argument, dies sei kein land, nicht zählte. mist.
alles kommt mir furchtbar merkwürdig vor, ich habe probleme mit diesem plumpen nationalismus, auch wenn natürlich außer frage steht, dass es bei diesem Land ganz anders beurteilt werden muss, als bei bis jetzt jedem anderen.
sichtweisen und vor allem perspektiven ändern sich, wenn mensch hier lebt natürlich ganz automatisch. besonders weil ich inzwischen oft nicht mehr nur die perspektive einer person mit deutscher nationalität im kopf habe (da ich hier nunmal lebe). wie schön es wäre diesen klotz der nationalität(egal welche) loszuwerden. Ich sollte vermutlich froh sein, wenigstens keine religiösen handschellen tragen zu müssen.

zur ruhe kommen werde ich also vorerst nicht. in zwei wochen kommen meine großeltern, mit denen ich das land bereise. Vorher gibts noch eine zwei-tages-wanderung mit zelt und österreicher, ne menge interessante gespräche mit den hiesigen kommunist_innen und schön viel extra arbeit, da meine kollegin jetzt schon weiß, dass sie krank sein wird. bei dieser furchtbaren cheffin kein wunder. naja und dann? dann kommt endlich jemand zurück nach hause mit dem der sommer bestritten wird.

bleibt nur eins: die frage nach der zukunft. was werden? wofür bewerben? vorschläge gern gesehen.

mal wieder aufm ben gurion chillen

31. März 2010

in kürze trifft der erste teil der großen reisegruppe deren begleitung ich u.a. wegen verwandtschaftlichen verzweigungen gernstens übernehme ein. es beginnt mit einem geburtstag, der kuchen ist bereit.

viel hab ich erlebt in den letzten tagen. von einem die deutsche sprache verbieten wollenden taxifahrer, über viel zu viel essen bei einer drusischen, dann viel zu viel essen bei einer beduinischen und dann viel zu viel essen bei einer jüdischen familie.
entsprechend der pessach ordnung haben wir heute geputzt und wir können endlich wieder richtig durch die fenster schauen. essen kam nicht in meine nähe.

kommunist_innen hab ich auch kennengelernt.

das zweite halbe jahr wird eindeutig besser als das erste.

los gehts, da kommts geburtstagskind.
auf tolle 11 tage und hoffentlich nicht all zu viel uneinigkeit bei 15 leuten.

penetrant

15. Februar 2010

23uhr sonntag abend (hier ist sonntag wie montag in D)
ich im bad kurz vorm duschen:
KLOPFEN
mitbewohnerin 1,2 und ich ignorieren gekonnt:
KLOPFEN
ich geh zu tür, erkenne niemanden durch den Spion, suche bei mitbewoherin 1 hilfe. die liegt schlafbereit im bett:
KLOPFEN
mitbewohnerin 2 ?!, ist noch spärlicher bekleidet. MIST! :
KLOPFEN
so penetrant dreist sind nur israelis, irgendwie machen wir auf und werden gleichzeitig von einem überrumpelt, der alkohol bei uns zu stehen hat; einem der mit mitbewoherin 2 reden will, die seit 3 wochen nicht ans telefon gegangen ist wenn er anrief(deutlicher gehts doch wohl nicht!) und von drei riesengroßen mackermännern die mitten in der nacht einen schrank abholen wollen, den sie vor jahren mal unsere vorgänger geliehen haben. ISRAELIS!!!

während sich mitbewohnerin 2 in meinem zimmer versteckte und mitbewohnerin 1 schnellstens ihren einzigen schrank ausräumte, staunte ich über meinen mitten im Chaos mit 2 schönen frauen ankommenden mitbewohneR, der die situation keineswegs irritierend fand sondern gleich weiter in den lauen sommerabend zog. hier ists grad richtig fett warm.

backflash, Chaled und Schnee

7. Februar 2010

ich fühle mich zwar manchmal schon ziemlich alt, aber immer noch nicht zu alt um ein Wochenende der Spontanität im Norden Israels mit trampen und einer Person die ich vorher noch nie getroffen habe zu verbringen. Ich war zugegebener Maßen schlecht vorbereitet auf jemanden der einen ähnlichen Stressfaktor aufbauen kann wie mein Vater, die Bahamas zu seinen drei regelmäßig gelesenen Zeitungen zählt und wie Helge Schneider redet. So viele Flashbacks auf einen Haufen, Kino im Kopf, alter!


In Israel Daumen raushalten = Prostitution

Shabbat zwingt* zu Abenteuern, sprich Dank der Verkehrslosigkeit Freitagnachmittag bis Samstagabend, lernten wir viele interessante Menschen kennen. Einer hat uns nur mitgenommen um uns zu belehren, der nächste wollte uns die Bibel näher bringen und gleichzeitig „Ich bin ein Berliner“-aussprechen lernen. Höhepunkt war aber Chaled, in dessen Auto wir uns quasi selber mitnahmen, da er aus unerfindlichen Gründen nicht fahren konnte. So nervös, wie er sich andauernd nach der Polizei umdrehte, haben wir sicher irgendwas in seiner Schrottkarre für ihn transportiert. Ich hatte meinen ersten Übersetzungsjob: „Jetzt der 1., den 5. lieber nicht, der 4. ist auch ok, nicht so schnell!“. Sehr anspruchsvoll. In Mas‘ade oben angekommen konnte Chaled plötzlich wieder allein fahren.


Blick auf Mt Hermon von Mas‘ade aus.

Interessant zu sehen waren die vielen Familien die sich auf die paar Flecken Schnee stürzten und Eisbrocken vorne auf ihren Autokühler legten um damit umher zu fahren. Massen waren unterwegs, bauten Schneeleute und waren zu begeistert. Erst als wir schon wieder fast am Meer waren, erklärte uns eine Fahrerin warum plötzlich alle zurück in die Städte düsen. Die Golanhöhen sind immer noch nicht minenfrei und eine von vielen unvorsichtigen Familien ist, in ihrer Schneebegeisterung, auf eine Mine getreten genau in der Gegend in der wir auch unterwegs waren. Es gibt Warnschilder und Zäune, aber…
Absurd war die Normalität mit der die Erzählerin darüber lachte, dass gewöhnlich nur Kühe in die Luft fliegen würden.
Der Krieg ist zwar nicht mehr hier, aber er wird doch immer da sein.
Hoffentlich bewahrheiten sich nicht die aktuellen Vermutungen bzgl. Iran. Meine Mitbewohnerin schwirrt schon rum wie ein Orakel und sagt nur noch: „Es wird Kriech geben, es wir Kriiiiiiieech geben!“
Ich drücke die Daumen dagegen, wie beneidenswert unsere eigene friedliche Illusion doch ist, wird hier immer wieder ins Bewusstsein gerufen.

PS: The Bird Is The Word!

_______________________
*Autos leihen geht erst ab 21 Jahren, unser Führerscheinmensch ist erst süße 20.