Karl Dall in Buenos Aires unterwegs

22. April 2009

ÜBERFALL

Rosario – Che Pampas Hostal

Das gemütliche Ambiente täuscht über die fiese Falle dieses Hostals hinweg. Als ich früh schlafen ging, wollte ich damit eigentlich bezwecken möglichst ausgeschlafen aufzuwachen. Das Gegenteil geschah, und zwar nicht (nur) weil einer der heimatlosen schlimmer Schnarcher ist. Als ich am Morgen in den Spiegel schaute, wurde mir klar warum, ich war übersät mit Stichen an Hals, armen, beinen, rücken und mein eines Auge ist zugeschwollen. Es sah aus, als hätte mensch mich ne halbe Stunde lang in einen Moskito-Schwarm gestellt. Als ich es in Buenos Aires nach 5 Stunden Busfahrt nicht mehr aushielt gab mir eine Apothekerin, die das ganze als wanzenbisse identifizierte, ein antiallergikum gegen die Schwellung und juckreizstillende creme. Die beiden heimatlosen blieben verschont, mein Blut ist einfach süßer.


unfähige tourist_innen

16. April 2009

arbeitskraft in chile und argentinien und wohl auch im rest südamerikas ist billig. deswegen ist auch busfahren so extrem günstig, in deutschland ist es unvorstellbar 300km strecke für 3-4€ zu überbrücken, hier ist das möglich und dazu auch noch extrem bequem.
daran konnten wir uns sehr leicht gewöhnen, schwieriger war es sich mit der trinkgeld-arbeit zu arrangieren. während wir sonst unseren rucksack selbst in den buskofferraum werfen würden, bzw. der busfahrer das als teil seiner aufgaben macht, gibt es hier jemanden externen, der dies tut. genauso gibt es einen menschen, der nur dazu da ist, die taxitür zu öffnen, damit du aus-/einsteigen kannst (taxifahren ist hier übrigens auch günstiger als die bvg). wenn du dann nicht unauffällig etwas kleingeld parat hälst, erntest du nicht selten verbale schelte. verständlich, da sie sich nur darüber finanzieren können, aber verdammt ungewohnt.

weswegen ich mich auf berlin freue, ist bestimmt nicht, weil da auf der straße wieder alle so extrem unfreundlich zu mir sein werden… wenn dann eher, weil es wieder mehrlagiges klopapier gibt. vermutlich muss es hier überall wo es tourist_innen gibt einlagig und durchsichtig sein, weil die dummen touris es einfach nicht peilen, es in den mülleimer statt ins klo zu werfen!

heute fahren wir für einen tag nach paraguay, weil wir doch so gerne stempel sammeln. diesmal werden wir wohl legal einreisen um nicht strafe zu riskieren. brasilien war leichtsinnig!

hasta luego!

verwirrte christen und sonnenallergie

11. April 2009

wie auf http://heimatlos.blogsport.de zu verfolgen ist, sind wir inzwischen in der „mitte“ argentiniens angekommen, in cordoba.
vorher haben wir verwirrte christen erlebt, die eine sich selbst überschätzende frau (difunta correa) anbeten, die aus dummheit sich selbst und fast auch ihr kind getötet hat. falls es sie überhaupt gab. heutzutage opfern viele aus den ärmeren schichten der von der kirche nicht anerkannten volksheiligen zum dank viele ihrer sicherlich emotional wertvollsten eigentümer:
difunta correa: opfergaben difunta correa: haare als opfergabe/dankesgabe

das landleben ist in argentinien kein vergleich zum stadtleben. auf dem land ist die armut viel deutlicher sichtbar und nach unserem besuch in difunta correa wirkt es so, als sei ein großteil der argenitischen landbewohner gauchos bzw. sehr eng mit dieser tradition verbunden.

in der san juan region rumcruisend besuchten wir mit dem minibus über die straßen hüpfend (!) auch zwei nationalparks. bilder des ersten habe ich bereits bei flickr gepostet. am häufigsten sind uns hier lama-ähnliche naindoos über den weg gelaufen.

trotz mondlandschaft war dort die sonne vorherrschend und bei mir gibts dann nicht etwa einen durch sonnencreme einschränkbaren sonnenbrandt, nein! sonnenallergie bereitet sich aus. ganz früher im gesicht, dann immer nur auf denn händen (tolle weiße allergiehandschuhe als gegenmaßnahme) und diesmal doch glatt überall, von den füßen bis hin zu den ohren. und sonnencreme machts schlimmer… der juckreiz ist das unangenehme, kratzen tut mensch sich nur einmal, da der ausgelöste schmerz wirkung zeigt.

erste (harmlosere) phase:

check my flickr

hasta luego!

No entiendo!

31. März 2009


Nur Dank der heimatlosen kommen wir hier durch den urlaubsalltag. Aber ich bemühe mich ein paar wortfetzen aufzuschnappen. jahrelanger französisch unterricht hilft tatsächlich ein wenig!

Chile ist voller Hunde, sie chillen überall auf der Straße, vorzugsweise in bushaltestellen oder hauseingängen, hauptsache schattig

strassenkoeter

Gestern hat Chile gegen Peru Fußball gespielt. 3:1! während des ersten tores kurz nach spielstart waren wir in einer kneipe mit übertragenden tv. es ging ab! fast flossen tränen und im anschluss war wm/em-in-berlin-ähnliche stimmung. autohupkonzerte (auch wenn das tendenziell eher alltäglich ist im chilenischen straßenverkehr) und artistische fahnenaktionen auf picups, und natürlich das obligatorische „ich kreisch dir von der anderen straßenseite aus zu obwohl ich dich nicht kenne“.
chile gewinnt im fussball gegen peru!

heute hatte ich außerdem das vergnügen gleich neben einem eklig, dreckigen hafen meine hand ins wasser zu halten. spektakulär daran ist einzig dass es der pazifik war und ich am ende meiner reise nun verpflichtet bin sie in den atlantik zu tun.

abschluss des abends war die zufällige begegnung mit einer palisoli kundgebung an der hostel-u-bahn-station. ich weiß jetzt endlich welche marken (alle existierenden) ich nicht mehr konsumieren darf, weil sonst blut an meinen händen klebt (zitat). keinerlei kritische stimmen waren zu hören/sehen, die polizei war lediglich zu sechst vorort…

pali-soli in santiago de chile

hasta luego, sonnenverbrandt! ich schätze um die 30°C – ätsch

Über den Wolken

29. März 2009

Am Donnerstag war es endlich so weit!


(pyrenäen von oben)

berlin-madrid-buenos aires-santiago de chile. ca. 27 stunden.

ein mitbringsel hat dem druck nicht stand gehalten und so ist mein rucksack biertrunken in chile eingereist. vielleicht ist es sehr bezeichnend, dass die beiden heimatlosen die schokolade trotz (oder wegen?) des biergeschmacks dankbarst verschlangen.

nicht so cool ist, dass mir ein paar berliner_innen den urlaub vermiesen wollen! vielen dank an euch!

hasta luego!