kulturschock

25. März 2013

35°C temperatur unterschied. rechtsverkehr. kontrollettis. schnee! s-bahnen, heizungen, kaufland, alle(s) weiß, keiner lächelt. niemand fragt: how are you?

schmerzlos ist die umstellung nicht. aber was soll mensch machen. in der bibliothek ist es schön warm, das internet flutscht und blogschreiben ist sinnvolles prokrastinieren, weil es schreibhemmungen überwindet. nicht dass ich solche hätte.

resümee:

2500 km ist Gottwald autogefahren. und dass, obwohl stellenbosch und durban „nur“ 1600km voneinander entfernt sind. tolle leistung! (vorhaben diesjahr: fahrerlaubnis machen)

sparsamster und teuerster urlaub: jede nacht im dorm für mindestens 10 euro p.P. und jeden abend kochen (so viel müsli aß ich noch nie)

angst vor dem land ist sicherlich nicht unbegründet, die häufige paranoia aber übertrieben. es ist wahrscheinlicher einen platten durch die schlaglöcher zu bekommen, als ausgeraubt zu werden (wenn mensch weiß wie) – beides haben wir glorreich vermieden.

am schönsten war es im wild lubanzi backpacker und auch sonst hatten wir fast nur besonders schöne hostels.

fahrt da hin, aber wartet nicht zu lang. sonst wird’s zu teuer.

die reise war aufgrund ihrer kürze wie das schnelle durchblättern eines zu kaufenden buches. jetzt wissen wir, wo es besonders schön ist und wo länger zu bleiben sich lohnt.

bald dann diashow.

ps: siehe nachtrag im jozi-beitrag

jozi – joburg – johannesburg

22. März 2013

Durban hat die höchste Anzahl an indischen Bewohnern außerhalb Indiens. Viel haben wir davon nicht mitbekommen, nur auf der Busreise nach Johannesburg, wo wir die einzigen weißen touris waren. die anderen unserer art fahren alle mit dem BAZ-Bus. dieser fährt von hostel zu hostel, von enklave zu enklave und ist ziemlich teuer. dennoch nutzen ihn alle, weil er als sicher gilt und die angst vor der gefahr größer als die gefahr selbst ist. möglicherweise. durban widmeten wir keinen zweiten blick, was aber nicht durban geschuldet ist, sondern viel mehr der nächtlichen erfahrung im Happy Hippo Backpacker. Schlecht! um 3uhr wand ich mich endlich aus dem bett, inzwischen war ich mir sicher, dass die vielen juckenden stiche von bettwanzen stammen und nicht mücken oder sonnenallergie waren. die selber erfahrung hatte ich schon mal in argentinien. durchs früher aufstehen, dachte ich schlimmeres verhindert zu haben. dem war jedoch nicht so. dafür habe ich ein sehr spannendes buch von vorne bis hinten durch gelesen: T C Boyle, Das wilde Kind. die geschichte kannte ich schon vom Studium, da der Wilde von Aveyron für die (Behinderten-)Pädagogik eine wichtige Rolle spielt.
das hostel weigerte sich mein leiden anzuerkennen, behauptete es seien mosquitos und ich solle mir das bestätigen lassen in einer apotheke. dazu war keine zeit, der bus wartet nicht. ich habe es in jozi nachgeholt, weil hier dann auch noch alles anschwoll (allergische reaktion, jippieh). bis jetzt keine antwort des hostels.

in joburg angekommen waren wir schlecht vorbereitet und unser eigentlicher plan in soweto zu schlafen scheiterte daran, dass niemand dort ans telefon ging. die zweite wahl lag im nördlichen vorort und wir hätten entweder im sicheren shuttle für 100rand oder im minibustaxi für 20 rand fahren können. der weg zum mini-bus-taxi-bahnhof war geprägt von hilfreichen obstfrauen. eine davon scheuchte sogar einen aufdringlichen typen von mir fern. sehr cool.
der riesige mini-bus-taxi-bahnhof war das nächste abenteuer und dann an der richtigen stelle aussteigen und ohne karte das hostel finden steigerte die anforderung. leicht blutend und vollkommen k.o., mit der hilfe von insgesamt bestimmt 50 leuten, die alle lächelnd helfen wollten (ohne gegenleistung zu erwarten) fanden wir unsere hiesige idylle. der bezirk ist zu reich für unseren geschmack, edelkiez mit teuren restaurants und einem
supermarkt, in dem man geschnittenen knoblauch kaufen kann!!! shocking.

gestern war human rights day und wir füllten den tag angemessenerweise mit einem besuch im apartheidsmuseum. es lohnt sich dort hinzugehen, aber die fülle an informationen in einem besuch zu bewältigen ist für normal-schlaue kaum bewältigbar.

die video-sequenzen und die 131 schlingen (so viele politische gefangene sind in gefängnissen zu tode gekommen) waren mir zu explizit und grausam. kleine kinder saßen gebannt vor den filmen in denen die blutigen schlachten gezeigt wurden, die der wahl 1994 vorausgingen.

es hat sich bestätigt, was schon in anderen reiseberichten erwähnt wurde. während die schwarze nachmittags-rezeptionistin genau erklären kann, wie mit den mini-bus-taxis zu fahren ist, konnte die weiße inhaberin des hostels keinerlei infos dazu rausgeben. wagemutig haben wir es trotzdem versucht und waren erfolgreich. so haben wir mehr vom land, wo wir doch schon so viel zeit separiert im auto verbracht haben.

guildo und ich freuen uns schon auf die uni, aber nicht auf den schnee!

drakensberge & lesotho

18. März 2013

von unserem entspannsungsdomizil an der wild coast fuhren wir zu den drakensbergen bei lesotho. auf dem weg gerieten wir in ein stürmisches und sehr regenstarkes gewitter. obwohl gerhardt aufm dorf groß wurde, war es auch für ihn das erste mal einen blitzeinschlag zu sehen. ich war überzeugt, wir würden die nächsten sein und zurück in die zukunft reisen. sah nämlich etwa so aus: der blitz schlug in ein undefinierbares ziel und für etwa 5 sek. leuchtete es neonblau. schwer beeidruckend. der regen und die dicken wolken blieben leider auch am nächsten tag, dem tag unserer tour ins mysteriöse Lesotho. im 4WD ging es mit einem sehr gesprächigem, wenn auch frauenwitze-liebenden älteren herren auf den Sani-Pass mit grenzübertritt. Lesotho ist ein demokratischer königstaat, zu 99% christlich und alles ist über 1500m hoch. Im gebirge leben etwa 15%, davon sind ca. 50% analphabeten und die jungs gehen nur bis zur 7.klasse zur schule, trotz 10-jähriger schulpflicht. danach kostet die schule geld und im gebirge sind die menschen noch ärmer als in den städten, die jungs werden zu hirten geschult, die mädchen gehen weiter zur schule und arbeiten später meist als post-/ bank-/ regierungsangestellte. krankenversorgung ist kostenlos aber weit entfernt. aufgrund der vorherrschenden christlichen werte ist lesotho besonders sicher. oho!
wir fuhren mit unserem guide auf 3200m höhe, konnten viel weißes, nasses nichts sehen und trafen besagte hirten. die wollten sich unbedingt mit uns photgraphieren lassen, nicht ohne die jungen frauen ein bisschen zu betatschen. das war sehr unangenehm. der guide hingegen wies uns in deren anwesenheit auf die guten zähne hin, die würden vom gesunden brot und nahrhaftem bier so weiß und gesund leuchten. alles sehr bizarr.

so sehen die hirtenbehausungen aus:

ich habe ein paar postkarten gekauft, die zeigen, wie schön die aussicht hätte sein können. die tour war dennoch spitze – die wolken passen zu lesotho.

wie um uns zu ärgern, strahlte die sonne heute doppelt so schön. das nutzten wir aus und begannen den tag mit einer 3-stündigen wanderung auf der wir dann endlich die drakensberge unbedeckt zu sehen bekamen.

da wir morgen früh das auto wieder zurückgeben mussten, düsten wir im anschluss nach durban. wie johannesburg woll es nachts recht gefährlich sein. dass wir im dunkeln ankamen bot also einiges an nervenkitzel. morgen früh fahren wir 8h bus nach johannesburg, falls wir rechtzeitig das auto loswerden. nur noch sooooo kurz!

im wilden nirgendwo

15. März 2013

internetknappheit macht sich breit. und gleich auch noch strommangel. wer nirgendwo will, muss halt zurückstecken. leider sind dies genau die 2 dinge, die gordon gerade am dringendsten braucht, denn – wen überrascht’s – er muss arbeiten.

nachdem wir M. in swellendam in den bus gesetzt haben, bretterten wir weiter durchs schöne, hügelige land nach Mossel Bay. Das ist der erste Ort der sog. Garden Route. Wir haben einiges über dieses Reisenden-Lieblingsziel gelesen und uns dann dagegen entschieden, diesem pfad zu folgen. überteuerte nationalparks, in denen mit Cheetahs gekuschelt, auf Straußen geritten, mit haien getaucht und aus flugzeugen bzw. von brücken gesprungen werden kann.
wir verließen unser schönes, sehr leeres Hostel an der Küste und tauschten es mit einer ebenfalls leeren farm beim Addo Elephant Nationalpark. Wiedermal voll öko, hätten wir die duschen mit biobenzin erst betanken & anzünden müssen, um 7min später warmwasser zu kriegen. das war uns nicht-physiker_innen etwas zu abenteuerlich/anstrengend und unser gestank hat wohl dazu geführt, dass wir im Nationalpark kaum tiere sahen. Gerademal einen Elefanten! von 400 dort lebenden. Außerdem noch lustige Warzenschweine, jede menge zebras und einen schilkrötenkampf. der war sehr aufregend. die eine schildkröte hat die andere einfach auf den rücken gedreht. sogar tiere mobben sich. wir haben wagemutig eingegriffen.

der arme gordon muss immer fahren. an diesem tag gings noch weiter zurück an die küste. chintsa war nicht leicht zu finden, lohnt sich aber. die wild coast ist bekannt für ihre malerischen strände und den nutzten wir gleich morgens noch vor dem frühstück und im sand gabs fleißig frühsport. trost für die eingeschneiten: das wasser war voll kalt.

inzwischen sind wir noch weiter nördlich. jeden tag an die 400km kloppen wir. das ist anstrengend, die straßen sind zwar meistens gut, aber es zieht sich. gestern waren besonders viele schwertransporte und schlaglöcher auf der strecke. erst im dunkeln kamen wir in der wild lubanzi lodge an. die letzten 3 km straße sind so schlecht, dass wir im jeep abgeholt werden mussten. hier ists voll öko, klar. strom nur im dunkeln und bis 22uhr per generator. internet via handynetz, aber so mitten im nirgendwo und so toll gestaltet von einer schweizerischen auswanderin und ihrem südafrikanischem mann. toller ausblick, viel sonne & wind und dazu 2 riesen hunde und 6 katzen, hühner, gänse – genau nach meinem geschmack.

auf den langen fahrten sehen wir viel vom land. die intensivste zeit verbringen wir in mehr oder weniger weißen enklaven, in den hostels arbeiten schwarze oder coloured südafrikaner_innen häufig nur als putzkräfte. nicht überall, hier zum beispiel werden freiwillige unterstützt, die beim aufbau von kindergärten u.a. sozialen projekten in den umliegenden dörfern helfen. putzen tun die inhaber_innen selbst. dennoch weiße enklave.
unsere enklaven verlassen wir auf den fahrten und sind teilweise überfordert von dem starken unterschied in den ärmlichen städtchen, wo wir als weiße beim einkaufen schon etwas besonderes sind. der straßenverkehr ist plötzlich chaotischer, die atmosphäre eine ganz andere. vielleicht liegt es auch daran, dass wir gen norden fahren.

jede größere stadt kündigt sich mit den umliegenden townships an. die ärmlichsten bestehen hauptsächlich aus bretterverschlägen oder wellblechhütten, deren dächer mit steinen beschwert am platz gehalten werden. reicher wirkende townships bestehen aus kleinen häusern, die schachbrettartig angeordnet sind und durch ihre farben auffallen. in den dörfern gibt es dazu noch rondawels, traditionelle rundhäuser. ins auge sticht, dass es nur 4 farbvarianten gibt. früher gab es nur diese und inzwischen wird es aus tradition beibehalten. die townships sind von stacheldrahtzäunen umgeben, die zur wäscheleine umfunktioniert werden. es gibt viele mauern in diesem land.

südlichster punkt afrikas – cape agulhas

11. März 2013

In stellenbosch haben wir am bis jetzt einzigen Regentag die weintour gemacht. genau eine weinerei haben wir geschafft. es wurde sogar eine 6€-flasche gekauft. wein is echt spottbillig hier. anschließend sind wir auf eine surferparty gegangen. da sahen alle gleich aus: blonde, lange haare, schwiegermutterlächeln und umgedrehtes basecap. die meisten hatten auch rote augen – bestimmt vom salzwasser.

seit samstag haben wir ein mietauto. nicht ganz unproblematisch, weil Gregorys Kreditkarte ein limit von 500€/woche für südafrika auferlegt bekommen hat. nach 1,5h telefonieren und faxen (machen) hatten wir das fast nigelnagelneue auto inner täsch. damit düsten wir die küste entlang, zu dritt fürs wochenende. weils so malerisch war, hielten wir oft um photos zu schießen.

die hälfte der strecke war unbefestigste schotterstraße. niegelnagelneues auto hin oder her, wir bretterten durch nach Elim, eine verlassen wirkende ehemalige mission voller weißer häuser mit reetdächern.

vorbei an vogelstraußen fuhren wir nach L‘Agulhas, der ort in dem der südlichste punkt afrikas markiert wurde. merkwürdigerweise sind im hiesigen Backpacker nur deutsche. oder ist es wirklich so merkwürdig? südlichster punkt ist letztendlich doch nur versuch der perfektion: beste, schönste, höchste und vorallem größte kuckucksuhr (zit. n. Deckname Dennis – Film).

es ist ziemlich leer hier – es kostet nicht mal eintritt den südlichsten punkt, das Kap Agulhas, zu besuchen (die Frage ist, wie lange noch).

die küste ist weniger spektakulär als am Kap der guten Hoffnung, dafür hat sie aber wohl an die 150 Schiffwracks gefordert. eines davon haben wir photographiert:

den rest des tages verbrachten wir im De Hoop Nationalpark, der unbekannt ist, jedoch Lebensraum für die Bonteboks (eine gefährdete Antilopenart), Bergzebras und viele, viele Vögel. Außerdem gibt es an der Küste Sanddünen, die Wüstengefühle wecken. 30min darin rumgestackst und ins sandkastenalter zurückversetzt, hatten wir ne menge spaß und noch mehr sand…einfach überall. auch jetzt, nach ausführlichem duschen, habe ich immer noch sand in den ohren.

heute trennt sich M. wieder von uns – sie muss fleißig in Stellenbosch weiter studieren. ständige tests und essay-abgaben verhindern jegliche entspannung. mir hat die bmw-weiße-studierenden-stadt Stellenbosch nicht wirklich zugesagt. die beschriftungen nur auf afrikaans und einlass in die uni nur mit chipkarte…lieber nicht. zum abschied gehts an den strand, um im indischen ozean zu baden. der atlantik war einfach zu kalt!

table mountain & stellenbosch

7. März 2013

die letzte nacht in kapstadt war geprägt von schlafrednerinnen und weckern, die lautstark die uhrzeit verkünden.
nicht schlimm, denn wir wollten mal früh aufstehen um den alles überthronenden Tafelberg zu erklimmen.
Zuerst fuhren Gilbert und ich mit dem bus nach Kirstenbosch zu den botanischen gärten. die zeit erlaubte keinen längeren besuch, trotzdem mussten wir für die bloße durchquerung schon eintritt zahlen.
durch dankbar schattigen wald kletterten wir über stufen, steine und leitern den skeleton gorge hinauf. dann hatten wir 1,5h schönste blicke auf die cape flats bevor uns die wolke einhüllte. wäre es nicht bewölkt gewesen, dann hätten wir es auch vor hitze nicht ausgehalten. der höchste punkt ist der maclear’s beacon mit 1088m:

von dort aus liefen wir eine knappe stunde durch die wolken zur rotierenden Seilbahn. auf dem weg trafen wir enttäuschte flipflop-touris, denen der blick verwehrt blieb.
zurück im hostel fanden wir heraus, dass wir sofort los müssen, um die zugverbindung nach stellenbosch zu bekommen. obwohl wir nur 46km entfernt sind, fuhr der zug 1h lang (für 1,75€ p.p.).

stellenbosch ist die 2 älteste stadt und sehr kolonial anmutend. die riesige uni füllt die halbe stadt und es wirkt im allgemeinen sehr wohlsituiert und sehr weiß. bekannt ist die gegend für ihren wein und morgen werden wir uns diesem widmen (ich hoffe auf traubensaft). fahrradfahren wäre schön, da aber die anderen weinverkoster nach ausführlicher weintour noch autofahren, wird davon abgeraten. deswegen kommt A. und fährt uns besoffen umher… is hier wohl so üblich und wenig problematisch.

taxis gibts hier nur auf anruf und so sind wir gestern ne stunde mit dem rucksäcken zum am a.d.w. hostel gelatscht – und das nach dem anstrengenden tafelberg. heute also ruhetag mit art gallery, kochen und uniführung von M.

cape town 2

5. März 2013

klebrig. sandig. es ist sooo warm hier :)

Gestern haben wir von meiner Unifreundin A. eine tour in ihrem leihwagen bekommen. startpunkt war muizenberg, ein stadtteil kapstadts, den wir tags zuvor bereits erkundeten. mit dem zug 45min von Observatory (our hood) entfernt, besteht die hauptattraktion aus dem weißen, endlos langen strand und hübschen, bunten holzstrandhütten. dort aßen wir auch unsere erste boerewors. die burenwurst ist fettig und niemand weiß woraus sie besteht. zumindest niemand, den wir kennen. es war aber so lecker, dass Gandalf sie nun täglich essen will. dazu gabs mais ausm becher und koeksisters (süß & fettig). A. sagt, dass die leute noch vor aids/hiv an diabetes sterben, zahlenmäßig.
von muizenberg aus fuhr A. uns an den schönsten strand der welt, in noordhoek, an dem jedoch nur wohlsituierte, gut beschützte weiße leben. zwecks kontrast gings danach nach Masiphumelele, ein 40 000 menschen starker township um die ecke. A. hat hier gearbeitet und konnte uns somit einen kleinen einblick verleihen. sehr aufregend und einschüchternd. sie erzählte von bränden, von lynchjustiz und gescheiterten versuchen mietwohnungen einzuführen. der waldorf kindergarten, in dem sie damals die erste freiwillige war, hat inzwischen 4 freiwillige (mehr als angestellte). direkt neben dem kindergarten chilln die gangs, hören laut musik und dealen. auch die polizei kaufte dort.
weitergings zum kap der guten hoffnung. der eintrittspreis des nationalparks lässt eine ordentlich schlucken. es war nicht so besonders wie erwartet, aber es ist ja auch nicht (mehr) der südlichste punkt afrikas :)

so sah es dort aus:
zum photos machen anstehen

auf dem weg trafen wir eine baboon familie (aggressive paviane), strauße und steinböcke. die baboons sind eine plage hier. sie veranstalteten mal eine essenschlacht/-party in A.s küche. angbelich gibts jetzt versuche die affen mit paintballschüssen zu kontrollieren (wie die koyoten in kanada).

penguins!!

ebenfalls eine plage sind die pinguine des boulders beach. sie durchwühlen müll und stören beim sonnenbad, sehen dabei aber sooooooo putzig aus, dass sie schön viele touris anziehen.

Kalk Bay + hiesiger Zug:
kalk bay

nach einem gelungenen (und sehr fettigem) fish‘n'chips mit lokalem frisch gefangenem und na cola mit meerblick, kutschierte uns die tolle A. zurück ins hostel.
M. blieb in muizenberg, wo sie die morgenstunden vor der uni mit surfen verbrachte.

heute waren wir entspannt im District 6 musuem. das ist ein bezirk, der 1966 im zuge der apartheid nahezu komplett dem erdboden gleich gemacht wurde. dort lebten schwarze&coloureds und weiße gemeinsam. mit der entscheidung, dass der bezirk nur noch für weiße sei, wurde die gemeinschaft aufgelöst. angeblich aus stadtplanungsgründen und unter berufung auf le corbusier.

morgen tafelberg und dann nach stellenbosch zu M., die dort studiert! Weintour ahoi…

kapstadt

2. März 2013

die sonne brennt, der wind windet, entspannt schlenden wir duch die stadt… von stress kaum eine spur.

hier ist alles ein bisschen langsamer und das passt hervorragend in unsere nicht-planungs-anfangsphase.
das green elephant hostel im stadtteil observatory sei hiermit allen empfohlen. herzlicher empfang gepaart mit sauberen räumlichkeiten und zum zeit verplempern einladenen terrassen. und nicht zuletzt voll öko.
gestern wagten wir uns in eins der lokalen mini-bus-taxis und ähnlich wie in guatemala wurde so viel reingequetscht wie nur ging. is egal, billig und voll das erlebnis – sagen die einen. was? erst 2 tage hier und ihr traut euch schon in den minibus? – sagen die anderen. alternativ zu diesem eher unkontrollierbaren öffentlichen nahverkehr gibt es noch die züge. wie selbstverständlich nahmen wir die, wurden aber gleich komisch angeguckt und auch die gelten als zu gefährlich. gespürt haben wir davon nix. wir sind ja auch schon schwer erprobte kämpfer_innen touris. das thema gefahr ist hier allgegenwärtig, aber bis jetzt nur in gesprächen zwischen den reisenden. toitoitoi

kapstadts innenstadt ist nicht sehr atemberaubend – hochhäuser im hässlichen braun. aber die berge im hintergrund machen ordentlich was her. weil wir brave touris sind, zog es uns zur allseits bekannten V&A Waterfront – der hafen – aufgemotzt mit fancy restaurants und shopping optionen. die typischen yacht-inhaber: zu nobel für uns.
abends kam der anlass unserer reise zu uns nach observatory: M., die hier um die ecke in stellenbosch studiert. nach leckerem essen und viel gequatsche musste auch sie noch eine hausarbeit vervollständigen. das ist wohl grad modern.

zum heutigen frühstück begaben wir uns in den bezirk Woodstock. er liegt näher am stadtzentrum. auf dem weg dahin liefen wir durch ein ärmeres viertel, die armut hatte ein so plötzliches ende, dass die weisheit des Old Biscuit Market uns fast schon blendete.

handyschnappschuss:
old biscuit market

in marktähnlichem arrangement wurde essen aus der ganzen welt geboten, allerdings zu preisen, die für hier hoch sind. dazu gab es im flohmarktschick klamotten- & kunststände, an denen jedoch ohne probleme mit kreditkarte gezahlt werden konnte. vor den toren saßen bettler_innen mit säuglingen oder kinder, die allein bettelten. gentrification at its best?

um weiterhin in unserer priviligierten blase zu verbleiben, fuhren wir ins convention centre um die aktuelle design expo anzuschaun. leider bot sie null graphic design, dafür endlose schmuckausstellungen, mode-shows und sonstige sinnlosigkeiten.
inzwischen sind wir zurück im himmlischen hostel, kochen gleich mit M., T. (noch son deutscher) und natürlich Gustav.

und nochmal im klartext: uns gehts gut! es ist schön hier!