schatz, bald ist der urlaub alle. wir müssen wohl mal neuen kaufen.

27. März 2012

der bus nach flores hat keinen spaß gemacht. nicht nur, dass ein prediger mir lautstark den rücken voll spuckte (45min!), nein – der bus war auch noch so voll, dass sich G. auf dem boden in einen kaugummi setzte. uärks. überall müll hier eben, sogar am tollen karibikstrand. damals in china haben sie das problem mit dem arbeiter_innen überfluss gelöst.
in flores hatten wir ein tolles hotel mit seeblick, eine wirklich schöne, kleine insel. bisschen weniger tourimafia würde ihr allerdings gut stehen.

natürlich haben wir eine tikal-tour gemacht, für die wir 4:30uhr abgeholt wurden. so ganz ist mir der sinn der steintempel nicht aufgegangen. wobei einige als eine art sonnenkalender genutzt wurden, mit dem man ziemlich genau daten bestimmen kann, was ja sehr wichtig ist um zu wissen wann geburtstag gefeiert werden muss.

lange sind wir nicht geblieben, es zog uns zu den beiden bauhaustapeten nach lanquin. ein dorf in der nähe einer beliebten touriattraktion: semuc champey.

vorher gabs ein leckeres frühstück in flores am see:

die höhlen-wanderung war toll und die malerischen, türkisen kalkstein-wasserbecken rundeten die tour ab. unser guide war ein bisschen verrückt, aber tagtäglich das gleiche mit jedesmal ähnlich aufgeregten jungen touris zu machen, hat vermutlich diese wirkung. die kerzenatmosphäre in der endlos wirkenden höhle hatte etwas sehr religöses.

inzwischen sind wir in guate, der hauptstadt, bei T. mit der es sehr schön ist. wir machen nicht viel, aber doch genug um abends müde ins bett zu fallen. es ist toll all das mal zu erleben, wie sie es hier hat. morgen bekommen wir sogar ein bisschen alltag mit: T. nimmt uns mit auf ihre arbeit.

tja und morgen ist auch schon der urlaub alle. schaaaaade! (d.h. es wird langsam ernst, ähh zeit postkarten zu schreiben)

arrr – karibik

19. März 2012

piraten gabs keine (außer uns) und ansonsten sind nur kokosnüsse von palmen gefallen…

karibik

wirklich schöööön. zum rumquieken. tolles hotel, das gleiche essen wie überall, warmes meerwasser bis zum knie, jede menge insekten und fliegende riesenkrabben. aber beim lesen das rauschen des meeres als fortwährende begleitung, was zu einem so entspannten lese-erlebnis führte wie lang schon nicht mehr. keine überflüssige popmusik, nicht mal händler_innen! um der entspannung nicht überdrüssig zu werden, gehts morgen nach flores und übermorgen zu der berühmten maya-stätte TIKAL. mal nachfragen was das soll, dass die 2012 schon die welt untergehen lassen wollen.

xela – pana – rio dulce

16. März 2012

Noch in xela haben wir in sechsköpfiger gruppe sehr heiße quellen in den wolken besucht. so heiß, das eim der kreislauf kippte – aber perfekt zum entspannen.
das ruhige, entspannte beendete ich dann am montag, als bauhaustapete und ich mit guide den vulkan santa maria bestiegen. 4 ausbrüche hintereinander innerhalb von 20 minuten, zum glück nicht unser sondern der nachbar vulkan. schon krass, das! leider konnten die anderen beiden mitreisenden aus gesundheitlichen gründen nicht mit. und unsere beiden guatemaltek_innen hatte der alltag wieder. der vulkan hat lust auf mehr gemacht, auch wenn es sau-anstrengend war. vielleicht klappts ja noch mit dem vulkan pacaya und glühend roter lava!

den mittwoch verbrachten wir in Pana(jachel), eine kleine, touristische stadt am atitlansee. der spaziergang den wir entlang des ufers machten, lies auswanderungswünsche aufkommen. besonders G. hätte hier gerne eine Schriftstellerkarriere begonnen. malerisch!
unser strenger plan gebot uns jedoch fortzufahren. in die karibik – hoffentlich eine wertige alternative!
da ich die verqueren guatemaltekischen strukturen noch nicht ganz durchblickte, gingen wir von den falschen busabfahrzeiten aus. resultat war 2 mal umsteigen mehr. dafür hatten wir das vergnügen einen wilden christlichen prediger zu erleben, der wie besessen auf der kurvigsten strecke 30min lang rumbrüllte. zum glück sprechen wir kein spanisch (wobei wir verstanden haben, dass es die rechnung gottes ist).
weil wir nicht wie alle anderen gespendet haben, brauchte der anschlussbus von guatemala stadt nach rio dulce 6 statt 4stunden. aber wenigstens kein chickenbus! boah – noch nie hab ich unbequeme reisebusse, wo jede ihren sitz hat derart zu schätzen gewusst!
die vielen unfälle als resultat der chaotisch-riskanten fahrweise, die der lonely planet beschrieb, erlebten zum glück nicht wir, sondern nur der lkw, der 5min vor uns fuhr. den hat es komplett auf die seite in den graben geschmissen, aber es hat ja auch geregnet. (beim nächsten spende ich trotzdem nicht)

jetzt sitzen wir her, umgeben von segelbooten und weißhaarigen amis, die zwischenstop an land machen. wir warten auf die lancha collectivo, die uns nach livingston bringt. in der nebensaison fahren nur wenige… die erste haben wir wohl auf dem klo verpasst. fladderradatsch.

guatemala – endlich!

10. März 2012

nichts groß anderes als mexiko erwartend, überschritten wir die grenze. und hätten wir nicht aufgepasst, wären wir illegal eingereist. wieder in der hitze, schleppten wir uns zum „busbahnhof“ der grenzstadt la mesilla. was dann folgte, hatten wir überhaupt nicht kalkuliert: chickenbusse. nach der obligatorischen preisdiskussion (die bibel lügt!), ging es immerhin noch sitzend los: gequetscht zu dritt auf einer bank, die blaue flecken an den knien produziert und neben extrem jungen indigena müttern. mexiko war luxus! plötzlich stau, oder was? alle steigen aus und gehen schnell los, ihre riesensäcke auf dem kopf. nach einer weile erreicht die weisheit auch uns, und wir stapfen hinterher. vorbei an pickups voller menschen, die sich auch auf die reise zu fuß machen. von der straße runter auf eine sandfläche, da steht ein neuer, bereits prall gefüllter chickenbus. weil wir nicht noch mal zahlen wollen, werden wir da auch noch reingequetscht. umfallen ging quasi nicht, so eng war es. und als wir schon ganz platt gequetscht waren, wurde noch ein passagier dazu gestopft. dazu die rumpligen straßen, eine nette kombination. der chefquetscher vom dienst kletterte derweil bei offener fahrt von vorne nach hinten übers dach und zurück, ein akrobat in cowboystiefeln – der bus quasi sein pferd, hört auf pfeifen und schnalzgeräusche!
in huehuetenango wurden wir umgestiegen in den bus nach xela (quetzaltenango), so schnell konnten wir gar nicht gucken. wieder die letzten im bus, wieder stehen, schwitzen, leiden. das ist urlaub! blöderweise scheint das ticket immer nur mit dem ausstellenden chefquetscher zu gelten. netterweise wurden wir nicht rausgeschmissen, obwohl ich mich geweigert habe, nochmal zu zahlen. ich war wohl etwas herrisch.

alle schmerzen, alle müdigkeit, die ganze strapaze war vergessen, als wir uns endlich zu den langersehnten ins restaurant setzen konnten. und naja, essen, nach einem ganzen tag ohne, ist auch ziemlich toll.

jippieh! guatemala!

ps:
Wieviele Menschen passen in einen Chickenbus?
- immer einer mehr.
(hat T. mir beigebracht)

Lico und das Gruselhaus

es war einmal ein haus am ende einer straße, einen kleinen hang hinauf, stand es da. einfach so. leer und dunkel, kein gast, kein angestellter, nur die einsame frau. sie widmete sich dem, was für viele wohl die einzige lösung in der nebensaison eines klitzekleinen, hässlichen strandorts in einem einsamen, leeren, dunklen hotel wäre, das seinen charme und seinen lonely planet „our tip“ und damit logischerweise seine traveller schon vor jahren verloren hatte. im dunkeln war nicht mal der restcharme, die damals aufgewandte mühe erkennbar. es war einfach nur ein dunkles, leeres gruselhaus.

und weil das so nicht in unserer bibel(lonely planet) stand, wählten wir es als unterkunft für die nacht. das „zu verkaufen“-schild hätten wir nicht einfach ignorieren dürfen. die ganze nacht konnte ich kaum schlafen. der blick immer zum flurfenster, ob nicht gleich die frau dort stehen würde. sie hätte wohl nicht mal etwas bedrohliches machen müssen. ich wär schon aus dem fenster gesprungen, total ausgeflippt. geile atmo halt.

am nächsten morgen verlängerten wir für eine weitere nacht.

…und verbrachten einen wundervollen tag am strand mit lico unserem neuen besten freund, profession seelenfänger. wir haben das beste draus gezogen. euch furchtbar neidisch machend, haben wir einen ganzen tag lang „gratis“ unter seinem (nicht sonnenbrandsicherem) schirm gesessen, gelesen, gebadet und am nächsten tag eine sehr schöne schnorchel-schnellboot tour gemacht. zwar gabs keine versprochenen wale oder delfine, dafür aber riesenschildkröten und synchronspringende rochen, die durch ihre lustigen sprünge und dem darauffolgenden lauten bauchklatscher angeblich parasiten loswerden wollen.
empfehlenswert!

nach zwei tagen strand und krasser hitze gings mit dem nachtbus 11std lang nach san cristobal de las casas in chipas, hauptstadt der zapatisten rebellion! 2000m hoch liegend, haben wir uns erstmal den arsch abgefroren. aber die ständigen blicke auf die umgebenen hügel und berge machten es wett. drei tage lang entspannten wir hauptsächlich, nach den anstrengenden strandtagen und spazierten in der lieblichen, tourifreundlichen stadt umher.
ich wollte keine tour in eine der indigenen dörfer machen, das war mir zu zoo.

Ps: als vorbereitung auf unsere zapatistenerfahrung sahen wir die doku „zapatistas – chronik einer rebellion“. sehr informativ, aber auch sehr grausame bilder von vielen toten kämpfer_innen, die von der armee ermordet, teilweise hingerichtet wurden. schwer zu ertragen. in san cristobal selbst haben wir keine spuren des kriegs erkannt.

pulque, michelada und jetzt in oaxaca

3. März 2012

unsere schüchterne begleiterin führte uns in eine art prenzlauer berg mexiko citys: zona roma und condessa. café an café und angenehm ruhig, aber auch nicht gerade günstig. an der riesigen straße dann ein heruntergekommenes hochhaus, scheinbar voll bewohnt, aber auch eine komplette etage ausgebrannt. und wir jammern über gentrifizierung.
G. hat die hiesige bierspezialität probiert: michelada. angeblich „mein kaltes bier“ übersetzt bekommt man ein bier seiner wahl in einem glas mit zitronensaft und fiesem salzrand. bei dem gedanken zieht sich mein gesicht vermutlich sehr komisch zusammen. uärks, so viel salz. wohl aber sehr erfrischend. in oaxaca gabs die etwas wildere variante, die mehr nach überwürztem „mexikaner“ (das schnaps-gemisch) schmeckte. dazu guacomole und es brauch kein abendessen mehr.
pulque hingegen ist fast schon genießbar. gibts in diversen geschmacksrichtungen und wir haben uns an erdbeere herangetraut. die konsistenz ist etwas unbeständiges zwischen kefir und milch, sieht auch milchig aus. wie mezcal und tequila wird es aus der agave gewonnen. hat aber längst nicht so viel alkohol und wird eigentlich literweise aus tonkrügen getrunken, wohl sehr süffig… trotzdem nicht so meins.

inzwischen sind wir aber längst in oaxaca city, der hauptstadt vom armen bundesstaat oaxaca. von unruhen haben wir bis jetzt nichts mitbekommen, war ja auch alles 2006 schon. der weg hierher führte durch hügelige berglandschaft, steppenhafte kaktuswälder. oaxaca überrascht positiv, und ohne die stinkenden, donnernden stadtbusse wäre es fast wie in einer kleinstadt an der goldküste australiens. dabei sind wir nicht mal am meer. die leute noch entspannter als in mexiko city sitzen auf der haupt-plaza, kaufen hässliche luftbalons für ihre kinder und lauschen den kostenlosen klassischen konzerten. einige touris dazwischen, aber das verändert die stimmung nicht. es lässt sich hier hervorragend ein tag mit schlendern, beobachten, ein paar photoausstellungen angucken, die auch nicht-kunstinteressierte spannend fänden, und essen verbringen. zwei oaxaca-typische mahlzeiten haben wir in einer halle voller comedores probiert: mole negro und eine tlayuda. dass ein ganzes essen nach der soße (mole negro) benannt ist, sagt einiges aus. naja, aber wenigstens kosten…

wir entfliehen jetzt der anziehungskraft dieser netten stadt und versinken im internetlosen, endlosen, stresslosen, banklosen, regenlosen, zeitlosen sandstrand von san agustinillo oder doch puerto angel. wenn wir nicht in ein paar tagen aus san cristobal de las casas in chiapas (!) wort melden, schickt suchtrupps in beide ortschaften!

hasta luego!

Frida und Leon, eieiei da ging doch was!

1. März 2012

Heute hatten wir einen historisch sehr bedeutsamen tag. nicht nur, dass es den 29.2. nur alle vier jahre gibt, nein wir waren auch im Geburts- und Sterbehaus Frida Kahlos. So blau, dass einem die augen weh tun. so langsam wird wohl auch aus mir eine Kunstinteressierte (nicht). gleich nebenan sind wir durch leon trotzkys ehemalige gemaecher gestapft. Irgendwie absurd der gedanke, dass er so weit geflohen ist und dennoch staendig mit bodyguards leben musste und dann ja eben dort auch sehr grausam ermordet wurde. die stalinisten sind eben ueberall.
mit den besten (und gefühlt schärfsten) tacos coyoacans im bauch stuerzten wir uns wieder in die ueberfuellte aber spottbillige u-bahn um jetzt im schoenen hostel auf die deutsch-mexikanische bekannte einer bekannten einer bekannten zu warten. mal sehen, was uns dann ereilt!

zu empfehlen auch der riesige park in selbigem viertel mit seinen angriffslustigen eichhörnchen, die ganze horden von joggern vor sich hertreiben…